Wir aktualisieren momentan unser Webseiten Design um die Erfahrung auf unserer Website zu verbessern.

Gebete und Lieder aus aktuellem Anlass

Gebete und Lieder aus aktuellem Anlass

 

In dieser einen Nacht (Dezember)

Das Wunder „In dieser einen Nacht“ beschreibt das Dezemberlied:
Ein Wunder, das uns alle Jahre wieder in der Advents- und Weihnachtszeit, im Kerzenschein besinnlich werden und wie Kinder Staunen lässt.

https://youtu.be/MU2Lbzmf29Y
Liedtext

Wir haben manches Mal gewartet, kaum ein Auge zugemacht.
Diese Kinder hatten Träume, lagen trotzdem lange wach.
Wir konnten kaum erwarten, das vierte Kerzenlich zu sehn,
unsre Gedichte aufzusagen und vor der Krippe zu stehn.

Wir haben über hundert Kekse mit vier Farben bunt verziert.
Haben Freunde eingeladen, damit endlich was passiert.
Wir konnten kaum erwarten, dass alle Türchen offen stehn.
Ich glaube, alle Jahre wieder wird es genauso geschehn.

In dieser einen Nacht da wird es hell im Stall,
da leuchtet ein Kind zusammen mit den Sternen hinaus ins All.
In dieser einen Nacht können wir Wunder sehn,
da leuchtet ein Kind zusammen mit den Sternen um Frieden in die Welt zu bring´n.

Viele Geschichten wurden schon erzählt.
So geht es weiter: Licht kommt in die Welt.

 

***

 

Gebet

 

Gott, lehre mich das richtige Warten im Advent und in meinem Leben,

wenn mir die Zeit zuknapp ist, oder ich eine leere Zeit abwarte,

wenn mir Zeit gestohlen wird, oder ich meine Zeit nur noch für mich gebrauchen will,

dann lehre mich, Dich selbst zu erwarten:

Damit ich erkenne, wo Du mit Deinem Licht meine Lebenszeit hell machst.

Damit ich erkenne, wie ich meine Zeit nutzen soll,

um Deinen Frieden in die Welt zu tragen.

Damit ich erkenne, wenn Du mir durch das Kind in der Krippe nahe kommst

und meine Zeit mit Deiner Liebe füllst.

Amen

 

Johann Riedel, Pastor in Gülzowshof

 

 

***

 

  

***

 

 

Fürbittengebet vom Sonntag Judika (29. März)

 

Gott,

Wir leben in bewegten Zeiten und erfahren,
dass Gewohntes in Frage gestellt wird,
dass Lieferketten unterbrochen werden und Werke stillstehen.
Gott, wir sind voller Sehnsucht nach einer gerechteren Welt,
in der Menschenrechte und Umweltstandards gelten.

Wir bitten Dich für alle, die für uns da sind:
für die mutigen und ausdauernden Helferinnen,
für Pflegende, Ärzte, Verkäuferinnen
für alle Einsatzkräfte und Menschen in verantwortlichen Positionen.

Wir bitten dich, behüte alle mit denen wir verbunden sind – in der Nähe und in der Ferne.
Halte sie gesund, ihre Seele und ihren Körper.
Gott leite uns durch die kommende Zeit.
 

 

***

 

13. März 2020

Gebet aus Anlass der Corona-Pandemie

Ungewissheit und Angst erfüllen in diesen Tagen unsere Gedanken.
Wir sind in Sorge.
Wir sorgen uns um unsere Lieben.
Wir vertrauen sie deiner Fürsorge an.
Behüte und bewahre sie.
Wir sorgen uns um das Zusammenleben in unserem Land.
Wir schauen auf das, was kommen wird.
Wir sind hilflos.
Der Corona-Virus bedroht die Schwachen.
Wir vertrauen die Kranken deiner Fürsorge an.
Behüte und bewahre sie.

Wir bitten für die Sterbenden –
behüte sie und erbarme dich.
Wir bitten für die Jungen –
behüte sie und erbarme dich.
Wir danken dir für alle, 
die in Krankenhäusern und Laboren arbeiten.
Wir danken dir für alle,
die Kranke pflegen,
Eingeschlossene versorgen 
und sich um das Wohl aller mühen.
Behüte und leite sie.
Du bist unsere Hilfe und Stärke.
Behüte uns, bewahre uns und
erbarme dich. Amen.

 

 

***
 
 
 
 

Ein Gebet zu Psalm 34,8

(nach Doris Joachim)


„Jetzt, mein Gott, täten Engel gut.
An unserer Seite und um uns herum.
Denn wir brauchen Mut.
Und Phantasie.
Und Zuversicht.
Darum: Sende deine Engel.

Zu den Kranken vor allem. Zu den nach Luft schnappenden, den Sterbenden.
Und zu den Besorgten, den Geschockten, den Weinenden und den Trauernden. Überall.

Sende deine Engel zu denen, die anderen zu Engeln werden:
Ärztinnen und Pfleger,
Rettungskräfte und Arzthelferinnen,
alle, die nicht müde werden, anderen beizustehen.

Sende deine Engel zu den Verantwortlichen
in Gesundheitsämtern und Einrichtungen,
in Politik und Wirtschaft.

Und zu den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
auf der Suche nach Heilmitteln und Impfstoffen.

Sende deine Engel auch zu denen,
an die jetzt kaum jemand denkt – jetzt in der Zeit des Virus:
Die Menschen auf der Straße,
die Armen,
die Geflüchteten in den Lagern in Griechenland
und im türkisch-griechischen Grenzgebiet.

Jetzt, mein Gott, tun uns die Engel gut. Du hast sie schon geschickt.
Sie sind ja da, um uns herum.
Hilf uns zu sehen, was trägt.
Was uns am Boden hält und mit dem Himmel verbindet,
mit dir, mein Gott.
Denn das ist’s, was hilft und tröstet.
Jetzt und in Ewigkeit. Amen.

 

 

Wüstenzeiten.

Andachtsimpuls von Dr. Johannes Goldenstein

Und alsbald trieb der Geist Jesus in die Wüste; und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm. (Markusevangelium, Kapitel 1, Vers 12 und 13)

Die Wüste kenne ich nur aus Büchern und Filmen. In ihrer Ästhetik. Auch in ihrer Bedrohlichkeit. Klar, Sand unter den Füßen, wie am Strand auf Amrum – nur kein Meer dabei. Klar, Hitze wie in den Sommern der letzten beiden Jahre – nur noch viel extremer. Aber alles andere? Nur aus zweiter und dritter Hand. 

Ich kenne aber den einsamen Ort. Das Markusevangelium erzählt davon in einem ganz anderen Zusammenhang (Markus 6,32). Für mich ist dieser einsame Ort lange Zeit ein Kloster hier im Niedersächsischen gewesen. Ein Rückzugsort für geistliche Übungen. Dort, in der Einsamkeit des Schweigens – und zugleich aufgehoben in der Mittelgebirgslandschaft des Solling und in der Gemeinschaft einer Kommunität und der anderen Kursteilnehmenden – bin ich Gott begegnet. 

Anfangs habe ich diese Einsamkeit gefürchtet. Zehn Tage im Schweigen!
Schon bald habe ich gemerkt, welcher Schatz sich da auftut, wenn man sich auf die Dynamik einer solchen Zeit einlässt.

Mit dem, was wir in diesen Tagen erleben, ist diese Erfahrung natürlich nur sehr begrenzt vergleichbar. Die Formen der Kontaktvermeidung und der Isolation, die uns verordnet oder nahegelegt werden, sind ganz andere. Sie sind nicht wie im Kloster abgefedert durch gemeinsame Gebetszeiten, gemeinsames Singen, gemeinsames Essen und ein tägliches Gespräch. 

Und doch entdecke ich die Erfahrung aus meinen Exerzitien-Zeiten in diesen Tagen als Ressource. Wenn ich ganz im Schweigen bete und in der Bibel lese, wie ich es im Kloster geübt habe, bin ich mit meinen Gedanken und Gefühlen immer wieder auch dort in der Krypta. Das tröstet mich. 

Und es gibt mir Kraft. Kraft, in der Stille auf Gott zu warten. Es auszuhalten, dass er mit seinen Antworten auf meine Fragen auf sich warten lässt. Stundenlang. Manchmal tagelang. 

Diese Einsamkeit ist ganz anders als die, die ich in anderen Beziehungen erlebt habe, enttäuscht, stumm, verletzt. 
Diese Einsamkeit ist irgendwie erfüllt. Erwartungsvoll. 

Und ich weiß: Ich bin mit ihr nicht allein. Viele von uns erleben sie gerade, auf ganz, ganz unterschiedliche Weise. Und natürlich können viele nicht an solche Vorerfahrungen im Kloster anknüpfen wie ich.

Auch Jesus hat sie erlebt, damals, nach seiner Taufe, in der Wüste. Was er genau erlebt hat dort, darüber steht in den Berichten der Evangelien so gut wie nichts. Er wurde versucht. Er war bei den Tieren. Die Engel dienten ihm. 

„Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen,“ hatte die Stimme gesagt, die bei seiner Taufe vom Himmel geschehen war. Und dann trieb ihn der Geist in die Wüste. Gottes Geist doch wohl … 

Warum? 
Damit er herausfinden kann, wer er ist – ?
Sohn Gottes … 

In der Wüste neu herausfinden wer wir sind: Könnte das eine Chance dieser Tage sein? 

In der Wüste gedeiht ja nicht viel. Aber es gibt ja nicht nur die Wüsten, mit Sand und Sturm und Trockenheit, Hitze und Kälte. Es gibt seit alters auch die Hoffnung und die Verheißung, dass die Wüste blühen wird. Und Viele arbeiten daran, nicht erst seit ein paar Tagen, mit eigener Energie und mit Gottes Hilfe, dass aus Wüsten Gärten werden. 

 
Wir beten: 

Gott der Wüste und Gott des Gartens:
Dein Sohn ist in die Wüste gegangen.
Dort saß er. 
Dort betete er. 
Dort träumte er von einem Leben in größerer Fülle für andere. 
Sieh uns, wie wir uns bemühen, für eine ungewisse Zeit in der Einsamkeit Wurzeln zu schlagen und zu bedenken, wie wir uns auseinandergelebt haben.
Lass uns die Ruhe finden, die wir brauchen.
Und lass neue Ideen in uns aufkeimen für die, die keine Ruhe kriegen. 

Amen.